Der Verlust wichtiger Daten kann verheerend sein, vor allem, wenn es sich um wirtschaftlich bedeutsame Firmendaten oder selbst erstellte Dokumente handelt, für die man nirgends einen Ersatz bekommt. In vielen Fällen sind jedoch die Dateien noch nicht physikalisch vernichtet und können mit geeigneter Software wiederhergestellt werden.
Löschung durch Versehen, Viren oder Softwarefehler
Viele Löschungen von Daten sind zunächst nur virtuell und nicht physikalisch, und können deshalb rückgängig gemacht werden. Der einfachste Fall ist die, häufig als “Löschung” bezeichnete Verschiebung in den virtuellen Papierkorb des Betriebssystems. Diese lässt sich über das Menü des Dateimanagers oder eine Wiederherstellung ausgewählter Dateien aus dem Papierkorb leicht rückgängig machen. Einige Programme, zum Beispiel Textverarbeitungen, legen auch automatische Backups von Dokumenten an, die zur Wiederherstellung genutzt werden können. Schwieriger wird es, wenn die Dateien nicht mehr im Papierkorb liegen. Aber auch bei dieser Form der Löschung wird normalerweise nur der von den Dateien belegte Speicherplatz freigegeben. Physikalisch bleiben sie dann noch so lange auf dem Datenträger erhalten, bis sie überschrieben werden. In diesem Fall sollte man den Computer möglichst nicht mehr nutzen und sich ein Datenrettungsprogramm besorgen, das das vorliegende Dateisystem unterstützt. Bei Windows-Systemen ist dies für Festplatten meistens NTFS, andere Betriebssysteme bevorzugen andere Dateisysteme. Auf USB-Sticks und SD-Karten wird häufig das Dateisystem FAT32 verwendet. Selbst nach einer Formatierung können Daten eventuell noch gerettet werden.
Defekte Hardware
Noch brenzliger wird es, wenn ein Speichermedium physikalische Defekte aufweist. Dies ist ausgesprochen häufig bei selbstgebrannten optischen Medien (CD, DVD, Blue-Ray) der Fall, wenn sie einige Jahre alt sind. Aber auch bei magnetischen Medien (Festplatten, USB-Sticks, SD-Karten) können physikalische Schäden auf der Oberfläche auftreten. Auch in diesen Fällen sollte man die Medien nicht unnötig in Betrieb nehmen und sich möglichst bald ein Datenrettungsprogramm besorgen. Die Vorgehensweise ist ähnlich wie bei virtuell gelöschten Daten und kann teilweise sogar mit denselben Programmen erfolgen. Ferner gibt es für physikalische Defekte spezialisierte Programme, die bei Lesefehlern nicht abbrechen, um so möglichst viele Daten zu retten. Sehr schwierig wird eine Datenrettung, wenn ein physikalischer Zugriff auf das Speichermedium nicht mehr möglich ist. Wenn der Lese- und Schreibkopf einer Festplatte nicht mehr korrekt arbeitet und merkwürdige Geräusche verursacht (Headcrash), sollten “Hausmittel” nur noch bei Daten angewandt werden, die nicht allzu kostbar sind. In einigen Fällen lässt sich eine solche Festplatte kurzfristig “wiederbeleben”, indem man sie einmal fest auf sein Knie schlägt oder über Nacht in die Gefriertruhe legt. Bei sehr wertvollen Daten sollte man aber besser eine kostspielige professionelle Datenrettung beim Hersteller in Auftrag geben.
Gelöscht ist nicht immer wirklich gelöscht
Bei den meisten Datenverlusten sind die Daten physikalisch noch für einige Zeit auf dem Speichermedium präsent und somit noch nicht unwiederbringlich zerstört. Wer behutsam vorgeht, kann unersetzliche Firmendaten oder selbsterstellte Texte, Bild- und Tonaufnahmen teilweise oder vollständig wiederherstellen. Sind die Dateien allerdings einmal physikalisch gelöscht, ist keine Rettung mehr möglich. Aus diesem Grund sollte man bei wichtigen Daten immer vorsorglich Backups anfertigen, die Datenträger regelmäßig auf Fehler überprüfen, und Antiviren-Programme einsetzen, um den Katastrophenfall des Datenverlustes vorbeugend zu vermeiden.
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